Starke Schlussphase bringt zwei wichtige Punkte
Mit einer teilweise ungewohnten Startaufstellung geht Hard ins erste Heimspiel der Rückrunde: Der erst 17-jährige Berkant Cirit steht ebenso in der Anfangsformation wie Abwehrspezialist Tryggvi Jónsson. Headcoach Hannes Jón Jónsson muss auf Rückraumshooter Fritsch verzichten, der sich aktuell in der Grundausbildung beim Bundesheer befindet. Früh präsent zeigt sich dafür Torhüter Gurskis, der bereits in den ersten sechs Minuten fünf Paraden verbucht. Nach acht Spielminuten führen die Hausherren mit 6:3.
Anschließend folgt eine von technischen Fehlern geprägte Phase auf Seiten der Harder und die Ostösterreicher kommen auf 8:6 heran, ehe ein 4:0-Lauf der Gegner folgt und Hard folglich mit 8:10 hinten liegt (17.). Hard lässt in dieser Phase mehrere gute Möglichkeiten ungenutzt, der Rückstand bleibt bestehen. Beim Stand von 9:12 reagiert Jónsson mit einem Timeout – mit Wirkung: Hollabrunn zeigt eine kurze Schwächephase, die Gastgeber nutzen diese durch Treffer von Haunold (2) und Babic zum Ausgleich (12:12). Zur Pause liegt Hard dennoch knapp mit 14:16 zurück.
Der Start in die zweite Halbzeit misslingt aus Sicht der Vorarlberger. Nach nicht einmal vier Minuten bauen die Gäste ihren Vorsprung auf vier Tore aus (15:19). Zwar bringt Rúnarsson Hard mit dem 18:20 (38.) wieder näher heran, doch Radjenovic stellt mit seinem dritten Treffer nach der Pause den Abstand erneut her. Nach 40 Minuten greift der Harder Headcoach erneut zur Timeout-Karte. An diesem Abend scheint vieles gegen die Hausherren zu laufen: Abschlüsse finden zu selten den Weg ins Ziel oder scheitern am stark haltenden Keeper Nimanaj, defensiv fehlt die nötige Kompaktheit und im Umschaltspiel agiert Hard phasenweise zu langsam. Als Cirar in der 44. Minute sogar auf 20:25 stellt, scheint das Spiel beinahe entschieden.
Doch die Roten Teufel geben sich nicht auf. Schritt für Schritt kämpfen sie sich zurück ins Spiel. Zehn Minuten vor dem Ende verkürzt Sgonc auf 25:27. Nach einem weiteren Treffer der Gäste folgt die stärkste Phase der Harder: Ein 6:0-Lauf dreht das Spiel komplett. Tokic trifft vom Siebenmeterpunkt, Rúnarsson legt nach und Tokic verwertet auch einen Konter zum viel umjubelten Ausgleich (28:28). Spätestens jetzt ist spürbar, dass die Mannschaft die Fehler der vorangegangenen 40 Minuten unbedingt korrigieren will. Sgonc und Tokic bringen Hard erstmals wieder in Führung, ehe Torhüter Doknic mit einer Parade gegen den Siebenmeter von Pavlov für einen weiteren emotionalen Höhepunkt sorgt (30:28; 57.).
In den letzten drei Minuten lässt Hard nichts mehr anbrennen: Sgonc trifft zwei weitere Male, Tokic setzt mit seinem zehnten Treffer des Abends den Schlusspunkt. Am Ende steht ein hart erkämpfter 33:29-Heimsieg, der zwei wichtige Punkte bringt.
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Stimmen zum Spiel
Hannes Jón Jónsson – Trainer, ALPLA HC Hard:
„Ich bin unglaublich glücklich über die beiden Punkte. Das war ein schwieriges Spiel und kein schöner Handball. Wir haben seit dem 29. November keinen normalen Handball mehr gespielt. Ebenso war der Ausfall von Lukas Fritsch als Schlüsselspieler vorne und hinter sehr schwierig für uns. Wir hatten Probleme mit unserer Abwehr, Hollabrunn hat das auch gut gemacht. Ich habe mega Respekt vor dieser Mannschaft, die haben richtig gute Individualisten. Wir waren glaube ich 15 Minuten vor Schluss mit fünf Toren hinten und haben dann richtig Charakter gezeigt. Am Ende haben wir uns den Sieg glaube ich sehr verdient geholt.“
Lennio Sgonc – ALPLA HC Hard:
„Die ersten zehn Minuten waren wir bereit, die Bank war auch heiß. Dann sind wir irgendwie an uns selber gescheitert, die Stimmung hat gefehlt und der Ball ist im Angriff nicht mehr gelaufen. Wir sind mit -2 in die Pause, auch danach war noch der Wurm drinnen. Wir haben viele Chancen ausgelassen, doch am Ende hat jeder von uns nochmal alles reingehauen und ist mit Kopf nach oben in diese Schlussphase rein. Am Schluss haben wir dann das Spiel an uns gerissen.“
Mladan Jovanovic – UHC Clickmasters Hollabrunn:
„Wir sind sehr schlecht in das Spiel gestartet. Nach drei Minuten hatten wir bereits das erste Timeout, weil die Abwehr von Hard uns zuerst zugerichtet hat. Dann haben wir eigentlich echt gut ins Spiel gefunden und sind mit zwei Toren Vorsprung in die Pause. Die ersten 15 bis 20 Minuten der zweiten Halbzeit haben wir auch genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Leider haben wir dann aber viele Chancen aufgrund von Unkonzentriertheiten selbstverschuldet nicht genutzt. Die Harder haben einfach gekämpft und ständig Gas gegeben. Die sind nicht vom Gas gegangen und haben am Ende verdient gewonnen.“