Rote Teufel liefern Krimi-Duell – denkbar knappe Niederlage in Krems
Bereits in den ersten Minuten zeigt sich: Dieses Duell hat es in sich! Trotz langer Anreise präsentiert sich Hard konzentriert und stark – vorne sowie hinten. In Minute Zehn trifft Kapitän Tokic bereits zum dritten Mal – es steht 6:6. Hinten zwingt die Defensive den Gastgeber immer wieder zu langen Angriffen und ins passive Spiel – vor allem Neuzugang Tryggvi Jónsson beeindruckt mit starker Abwehrarbeit. Krems führt kurz mit 8:6 (16.), ehe Rúnarsson und Tokic egalisieren und Keeper Doknic mit einer 7-Meter-Parade glänzt. Ab dem 11:11 (24.) wird es düster für die Kremser, es folgt eine Fritsch-Rúnarsson-Show: Gemeinsam vier Tore und damit eine 15:11-Halbzeitführung! Die Haltung, der Wille – die Harder zeigen ihr wahres Potenzial nach dem unbefriedigenden Saisonstart.
Nach der Pause geht es gleich Schlag auf Schlag und die Finalisten der vergangenen Saison schenken sich nichts. Es rieselt regelrecht Tore: Nach nur zweieinhalb Minuten steht es 14:17 in der Sporthalle Krems – nach weniger als fünf Minuten sind bereits zehn Tore gefallen – es steht 17:19. Die Roten Teufel präsentieren sich stark und führen nach 41 Minuten mit 25:20. Doch dann kommt Krems mit einem 4:0-Lauf zurück (24:25) und das Spiel nimmt endgültig Thriller-Charakter an. Teubert gleicht in Minute 49 per 7-Meter zum 27:27-Ausgleich aus. Nachdem es bisher nicht der beste Tag von Hild war, konnte genau dieser in den Schlussminuten dreimal punkten. 50 Sekunden vor Schlusspfiff zeigt die Anzeigetafel 31:31 – spannender könnte es kaum sein. 14 Sekunden sind noch auf der Uhr, als Munzinger zum 32:31 trifft, womit sich Krems die Führung zurück und damit den Sieg holt.
So nah dran und doch nicht belohnt. Dennoch war es eine Zitterpartie auf hohem Niveau, gezeichnet von Siegeswille, Teamgeist und Biss – und das gegen den amtierenden Meister.
Headcoach Jónsson hofft bereits am kommenden Wochenende wieder auf die Rückkehr der zuletzt verletzten bzw. erkrankten Spieler Lennio Sgonc, Berkant Cirit und Caspar Mosblech. Dann steht das nächste Heimspiel an: Freitag, 26. September, 19:00 Uhr, gegen Sparkasse Schwaz Handball Tirol – ein neuer Härtetest in der Sporthalle am See.
Stimmen zum Spiel
Lukas Fritsch – Co-Kapitän, ALPLA HC Hard:
„Wir starten super in das Spiel hinein, die Abwehr steht gut und das Zusammenspiel der Abwehr mit dem Torhüter funktioniert super. In Halbzeit Zwei kommt Krems dann mit viel mehr Tempo und wir schaffen diese Umstellung nicht. Unser Vorsprung schmilzt Stück für Stück, das darf uns einfach nicht passieren. Wir müssen besser sein, wir müssen das Spiel sicher nachhause bringen, doch so verlieren wir zwei Punkte in Krems. Jetzt müssen wir jedoch nach vorne schauen, Fehler analysieren, uns auf das Gute fokussieren und das nächste Spiel gewinnen.“
Hannes Jón Jónsson – Trainer, ALPLA HC Hard:
„Unglaublich bittere Niederlage, schade, dass wir die Punkte nicht nach Hard mitnehmen können. Es war jedoch eine deutliche Steigerung im Vergleich zum letzten Spiel zu sehen. Ich finde, wir haben es in der Abwehr eine lange Zeit in Halbzeit Eins richtig gut gemacht, inklusive Torhüter. In der zweiten Halbzeit war auch lange vieles in Ordnung. Ich muss aber auch kritisch und ehrlich sagen, dass wir leider lange ohne Bedrohung unserer Shooter gespielt haben, womit Rúnarsson die gesamte Belastung im Rückraum getragen hat. Da fehlt noch etwas der nötige Mut, aber daran werden wir arbeiten. Im Vergleich zum letzten Wochenende kann ich dennoch ein Kompliment an meine Mannschaft aussprechen. Natürlich nervt es uns sehr, dass wir heute die beiden Punkte nicht mit nachhause nehmen.“