Heimniederlage: Hard verpasst die Wende
Dass Heimatgefühle bei Nico Sager auf dem Spielfeld nicht zählen, beweist der 22-jährige Kärntner direkt in der ersten Minute, als er für die Gastgeber gegen seinen ehemaligen Verein einnetzt. Die ersten fünf Minuten verlaufen ausgeglichen, ehe nach dem 3:3 ein 4:0-Lauf der Ferlacher folgt – oder besser gesagt ein Perkusic-Lauf, denn drei der vier Treffer gehen auf sein Konto (3:7; 13.). Unstimmigkeiten im Harder Spiel führen in dieser Phase zu Fehlpässen, und wenn sich Torchancen ergeben, will das Runde zu selten ins Eckige. Gleichzeitig entstehen in der Defensive zu viele Lücken, welche die Kärntner für sich nutzen – vor allem über den Kreis kommen die Gäste zu Abschlüssen. Spyros Balomenos reagiert mit einem Timeout.
Der kurzfristige Ausfall von Hards Spielmacher Jens Svane Peschardt aufgrund einer akuten Blinddarmoperation macht sich bemerkbar. In Kombination mit dem Fehlen von Mittelmann Marc-André Haunold, der nach seiner Handverletzung noch immer nicht zurück ist, müssen Spieler von der Halbposition nachrücken und der Nachwuchs ist gefordert. Einer davon: Berkant Cirit, der diesen Sommer mit dem österreichischen Nationalteam bei der U18-Europameisterschaft dabei war und nun eine Menge Verantwortung übernehmen muss. Mit einem frechen Kreisanspiel, das Dejan Babic zum 8:9-Anschlusstreffer verwertet, zeigt der erst 18-Jährige spätestens in der 22. Minute, dass er die verantwortungsvolle Aufgabe angenommen hat.
Wuzella sorgt auf der Gegenseite wieder für zwei Tore Abstand, ehe Cirit selbst einnetzt und Mathias Sonne Domino nach einem Ballgewinn schnell reagiert und den Ball ins leere Tor befördert. Die nun offensivere Abwehr der Vorarlberger zeigt Wirkung – in Minute 24 sind die Roten Teufel beim 10:10 wieder gleichauf mit den Gästen. Doch zu einfache Gegentore aus Harder Sicht ermöglichen es Ferlach, sich bis zur Pause erneut abzusetzen. Mit einem 10:13-Rückstand geht es in die Kabinen.
Während hinten der bisher eher unauffällige Mann im Harder Tor, Lukas Gurskis, nun ein paar Treffer verhindert, kommt vorne Lukas Fritsch immer besser in Fahrt. Mit einem Doppelpack bringt er sein Team in der 38. Minute bis auf ein Tor heran (15:16). Der Ausgleich will jedoch nicht gelingen. Im Gegenteil: Den Gästen gelingt es erneut, durch einfache Treffer einen Vorsprung von drei Toren herauszuspielen. Janberk Cirit, der nach seinem Kreuzbandriss endlich wieder auf dem Feld stehen kann, bekommt in der Partie einige Einsatzminuten. Dabei sorgt er nicht nur immer wieder für Druck auf das gegnerische Tor, sondern holt auch Siebenmeter heraus. Sager verwertet von der Linie und verkürzt knapp zwölf Minuten vor Schluss auf 22:23.
Das Momentum scheint auf die Seite der Hausherren zu kippen, doch Ferlach lässt den Ausgleich weiterhin nicht zu. In den letzten beiden Minuten vergeben die Gäste zwar eine Torchance, doch durch einen technischen Fehler gelingt es den Hardern nicht mehr, sich dafür zu belohnen. Nach 60 Minuten endet die Partie mit 26:28 – die Roten Teufel müssen sich knapp geschlagen geben.
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Stimmen zum Spiel
Lukas Fritsch – ALPLA HC Hard:
„Leider verpassen wir den Start etwas. Wir kommen nach 15 Minuten wieder auf ein Unentschieden hin, aber machen dann vorne drei, vier dumme Fehler, kommen in der Abwehr nicht gut ran und gehen mit -3 in die Pause. In der zweiten Halbzeit machen wir es gut, spielen besser Abwehr sowie Angriff und machen vorne einfache Tore. Am Schluss machen wir jedoch erneut ein, zwei dumme Fehler, schlechte Entscheidungen und dann resultiert das leider in dieser knappen Niederlage. Wir müssen dennoch positiv nach vorne blicken. Es bringt nichts, den Kopf hängen zu lassen. Wir haben den Saisonstart etwas verkackt, um es hart auszudrücken. Im ersten Spiel war die Deckung das Problem und jetzt im zweiten der Angriff. Wir haben die Fehler vom ersten Spiel gut ausgebessert, jetzt müssen wir ganz schnell die Fehler von heute analysieren und ausbessern. Wir wollen am Samstag eine gute Partie in Serbien spielen und dann mit Selbstvertrauen in die nächste Runde gehen. Ich glaube, das bekommen wir hin. Wir haben uns jetzt schon von Spiel eins zu zwei enorm gesteigert und so kann beziehungsweise muss es weitergehen. Es handelt sich um viele Kleinigkeiten, aber ich bin zuversichtlich, dass es ab jetzt besser laufen wird!“
Petar Stanic – SC kelag Ferlach:
„Wir haben stark angefangen. Nach einer gewissen Zeit ist uns dann leider etwas die Kraft ausgegangen. Wir haben dennoch sehr gut weitergekämpft und ich denke auch verdient gewonnen.“