HSG Holding Graz entführt einen Punkt aus der Sporthalle am See
In der 16. Runde der HLA Meisterliga hat Hard zuhause gegen den Vorletzten, die HSG Holding Graz, die Chance, zumindest vorübergehend die Tabellenführung zu erobern. Für Graz geht es um wichtige Punkte im Kampf um das obere Playoff.
Lukas Fritsch eröffnet den Torreigen für die Hausherren, ehe Kilian Schranz und Jurij Jensterle für den ersten Führungswechsel sorgen (1:2, 4. Min.). Danach wogt das Spiel hin und her; die Torhüter spielen in dieser Phase (noch) keine Rolle. Die ersten acht Tore der Harder teilen sich vier Torschützen brüderlich mit je zwei Treffern (Fritsch, Babic, Hild, Sager). Die Roten Teufel gehen in der 12. Minute erstmals mit zwei Toren in Führung (9:7) und stellen mit einem 4:0-Lauf schlussendlich sogar auf 11:7 (16. Min.).
Im Normalfall könnte man davon ausgehen, dass eine Spitzenmannschaft nun ins Rollen kommt und die klare Favoritenrolle annimmt, doch leider schleichen sich zum wiederholten Male in dieser Saison unnötige Schludrigkeiten in das Spiel der Harder ein. Technische Fehler, ein starker Thomas Eichberger, das Torgehäuse und herrliche Fliegertore der Gäste sorgen dafür, dass aus einem 12:8 plötzlich ein 14:15 wird. Es ist der dritte Führungswechsel in dieser Partie. Coach Hannes Jón Jónsson setzt in diesem Spielabschnitt oft voll auf die Jugend mit Robin Lürzer, Lukas Fritsch, Jakob Achilles, Berkant Cirit und Lennio Sgonc; er stellt den Youngsters noch Marc-Andre Haunold und im Tor Lukas Gurskis zur Seite. In die Pause können die Gäste aus der Steiermark eine 15:16-Führung mitnehmen. Gerade die Torhüterleistung des Harder Duos Lukas Gurskis/Golub Doknic lässt mit einer gemeinsamen Quote von 11,1 % noch Luft nach oben.
Die Pause hat den Roten Teufeln jedoch nicht unbedingt gutgetan, denn die technischen Fehler und vergebenen Chancen häufen sich gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit. Von den ersten elf Angriffen der Harder sind nur drei erfolgreich, und so gelingt es dem Vorletzten der HLA Meisterliga, beim 18:22 erstmals mit +4 davonzuziehen (42. Min.). Die Harder zeigen im Anschluss eine erste Reaktion, legen ihrerseits einen 3:0-Lauf hin und haben beim Siebenmeter von Flügelass Ante Tokic sogar die Chance auf den Ausgleich. Thomas Eichberger hat aber andere Pläne und läuft jetzt richtig heiß: Er macht vier Angriffe der Hausherren in Folge zunichte und verhilft seinen Vorderleuten zu vielen Angriffschancen. Lukas Gurskis, einer der besten Teufel an diesem Abend (Quote 31,6 %), betreibt noch Schadensbegrenzung und schafft es in dieser Phase, den Rückstand nicht über -3 anwachsen zu lassen (23:26, 55. Min.). Das 23:26 durch den Ex-Harder Lukas Schweighofer per Siebenmeter soll auch das letzte Tor der Grazer in diesem Duell gewesen sein. Nach einem 3:0-Lauf (26:26, 57. Min.) lecken die Spieler auf der Platte und die Fans auf der Tribüne nochmals Blut, doch die „große Beute“ wird nicht mehr gemacht. Lukas Fritsch trifft unter drohendem passivem Spiel nicht, auf der Gegenseite wehren die Harder jedoch mit vereinten Kräften den letzten Angriff der Gäste Sekunden vor Schluss ab.
Die Gäste aus der Grünen Mark dürfen sich somit mit einem Punkt auf die Heimreise machen. Die Roten Teufel können in ihrem Kampfgeist das Positive für das Derby am kommenden Samstag mitnehmen, in welchem die Wurfquote auch wieder besser sein darf.
HIER geht es zum Spielbericht und den Torstatistiken.
Stimmen zum Spiel
Nico Sager – ALPLA HC Hard:
“Wir haben eine sehr schlechte Wurfquote gehabt, und auch am Ende war es sehr hektisch. Viele Bälle gewonnen, aber vorne kein Tor gemacht. Wir müssen eigentlich zufrieden sein, dass wir in den letzten Sekunden kein Tor bekommen haben.
Matthias Hild – ALPLA HC Hard:
“Wir starten eigentlich ganz gut ins Spiel. Die ersten 10 Minuten erarbeiten wir uns eine 4- oder 5-Tore-Führung. Ab da finde ich, spielen wir uns zwar immer wieder gute Chancen heraus, haben heute aber wirklich eine miserable Abschlussquote. Ich weiß nicht, wie viele Paraden Eichberger hatte, aber definitiv zu viele. Freie Würfe, wenn man ein Spiel gewinnen möchte müssen die drin sein. Von dem her glaube ich, dass die Punkteteilung heute in allem verdient ist. Das einzig Positive, das ich mitnehme, ist, wie die Mannschaft über 60 Minuten gekämpft hat, nicht aufgegeben hat und immer weiter daran geglaubt hat, hier heute noch etwas mitzunehmen. Jetzt liegt unser voller Fokus auf Samstag – Derby!”
Max Kelich – HSG Holding Graz:
“Sehr gutes Spiel für so eine lange Anreise. Die Abwehr ist unglaublich gestanden, der Angriff wurde ausgespielt, die Nerven behalten – fertig. Punkt ist Punkt. Wir müssen jeden Punkt mitnehmen.”