Europacup-Krimi bis zur letzten Sekunde
Die Partie beginnt mit enorm hohem Tempo auf beiden Seiten. Der Start verläuft ausgeglichen, beide Starting-Sevens wollen von Beginn an ihre Klasse unter Beweis stellen. Nach zehn Minuten steht es 6:6 in einer durchaus körperbetonten Begegnung. Die Roten Teufel überzeugen offensiv, setzen die Vorgaben konsequent um und nutzen vor allem ihre Überzahlsituationen gekonnt. Ab dem 8:8 drücken die Harder dem Spiel zunehmend ihren Stempel auf. Nico Sager und Ante Tokic netzen ein und verschaffen ihrem Team einen Zwei-Tore-Vorsprung. In der 16. Spielminute bekommt Lukas Fritsch einen Schlag ins Gesicht – Petrovic sieht daraufhin Rot. Youngster Berkant Cirit wirft sich mit allem, was er hat, in die Partie und holt zwei Siebenmeter für sein Team heraus.
Da die Paradenquote bis dahin überschaubar bleibt, kommt in der 23. Minute der erst 18-jährige Leandro Kocar aus dem eigenen Nachwuchs erstmals kurz zwischen die Pfosten. Wenig später trägt sich mit Matthias Hämmerle ein weiterer Eigenbauspieler erstmals in einem internationalen Bewerb in die Torschützenliste ein. Die Österreicher bleiben fokussiert und lassen sich auch von den lautstarken Fans der Gastgeber nicht aus der Ruhe bringen. Der Vorsprung wächst zwischenzeitlich auf vier Tore an, als Robin Lürzer zum 19:15 trifft (29.) und Keeper Papazoglou mit zwei Paraden ebenfalls ins Spiel findet. Dubočica nutzt kurz vor der Pause eine doppelte Überzahl und verkürzt nochmals – nach 30 Minuten zeigt die Anzeigetafel 16:19.
Mit den Fans im Rücken kommt der Gastgeber in der immer lauter werdenden Arena deutlich besser aus der Pause. Hards Headcoach Spyros Balomenos muss nach gut fünf Minuten bereits mit einem Timeout reagieren, um den 4:0-Lauf der Serben zu stoppen (21:20; 36.). Matthias Hild verwandelt anschließend seine Chance, Ante Tokic legt nach und holt die Führung zurück. Auf Harder Seite wird in dieser Phase stark durchgewechselt, um nach der englischen Woche und angesichts der Intensität der Partie die Kräfte auf mehrere Schultern zu verteilen. Das Spiel bleibt völlig offen, die Führung wechselt mehrfach.
Rund 15 Minuten vor Schluss steht es 24:24. Leandro Kocar pariert einen freien Wurf, die Chance auf plus zwei können die Roten Teufel zunächst jedoch nicht nutzen. Kurz darauf ist das Eigengewächs erneut zur Stelle und entschärft einen freien Wurf sensationell. Lukas Fritsch sorgt schließlich doch für das 26:24 (48.), entschieden ist damit aber noch lange nichts. Beide Teams kämpfen um jeden Zentimeter. Dubočica gibt nicht auf, Nikolic hält seine Mannschaft mit einem Doppelpack im Spiel. Die Harder Équipe erspielt sich offensiv weiterhin gute Möglichkeiten, Kapitän Dejan Babic trifft zehn Minuten vor dem Ende zum 29:27.
Als in der 55. Minute zunächst der Anschluss und kurz darauf der Ausgleich für Dubočica fällt (30:30), steht die Arena Kopf. Nikolic bringt die Gastgeber mit 31:30 in Führung, Tokic antwortet mit dem Ausgleich. Hild glänzt mit einem Doppelpack aus dem Rückraum, doch auch die Serben verwerten ihre Chancen. Es entwickelt sich eine unglaubliche Schlussphase: Beide Teams lassen alles auf der Platte. Auf das 33:33 folgt 30 Sekunden vor Schluss der entscheidende Treffer der Gastgeber. Hard kann seine letzte Chance nicht mehr nutzen – und so endet ein intensiver Europacup-Abend mit einer denkbar knappen 33:34-Niederlage.
Zum Spielbericht und den Torstatistiken geht's HIER.
Stimmen zum Spiel
Nico Sager – ALPLA HC Hard:
„Es war eine coole erste Europacup-Erfahrung mit einer unglaublichen Stimmung hier in der Arena. Wir haben gut gespielt. Leider haben wir ein paar Chance vergeben und zu viele, vor allem unnötige Zweiminutenstrafen bekommen. Am Ende ist das Spiel mit minus eins ausgegangen und es gibt ein Rückspiel, darauf freuen wir uns schon sehr!“