Ein Abend zum Analysieren und Abhaken
Die erste Halbzeit verläuft auf Augenhöhe und ist geprägt von mehreren Führungswechseln. Keine der beiden Mannschaften kann sich mit mehr als einem Treffer absetzen. Marc-André Haunold leitet das Harder Angriffsspiel gekonnt, die Treffer drei und vier der Gastgeber erzielt Nico Sager von der Siebenmeterlinie (6.). Insgesamt kommt er im ersten Durchgang auf fünf Tore. Lukas Fritsch glänzt mit einem Doppelpack und stellt auf 9:8 (14.). Auf Seiten der Steirer sind es Petrovic und das altbekannte Gesicht Rúnarsson, die mit jeweils fünf Treffern Akzente setzen.
Im Harder Tor verhindert Eleftherios Papazoglou mehrere gute Torchancen der Gäste. Unter anderem entschärft er einen Siebenmeter sowie einen freien Wurf nach einem Konter spektakulär mit dem Fuß auf Kopfhöhe. Auf der Gegenseite präsentiert sich auch Budovic mit acht Paraden ebenso stark. Für die letzten beiden Harder Treffer vor der Pause bringen Sager und Babic noch einmal das Aluminium zum Wackeln und katapultieren den Ball jeweils ins obere Kreuzeck. Nach 30 Minuten steht ein leistungsgerechtes 16:16 auf der Anzeigetafel.
Nach der Pause reißt der Faden
Nach Wiederanpfiff finden die Männer in Rot nicht zurück in ihr Spiel. Mit einem 7:1-Lauf setzen sich die Gäste auf 23:17 ab (41.). Ausgerechnet der ehemalige, langjährige Rote Teufel Ivan Horvat ist für drei der Gästetreffer in diesen Minuten verantwortlich. Auf Harder Seite ist es in dieser schwierigen Phase der erst 18-jährige Berkant Cirit, der einnetzen kann. Die Defensive der Lipizzanerheimat stellt die Harder zunehmend vor Probleme. Gelingt der Durchbruch, ist immer wieder Budovic zur Stelle. Erst nach mehr als 13 Minuten in Halbzeit zwei erzielt Eigengewächs Robin Lürzer den zweiten Harder Treffer nach der Pause. Ante Tokic legt per Konter nach und verkürzt auf 19:23.
Die Hoffnung auf eine Aufholjagd währt allerdings nur kurz. Die Steirer antworten mit einem weiteren 3:0-Lauf. In der Harder Defensive fehlt nun die Kompaktheit, zu viele Zweikämpfe im Zentrum gehen verloren und auch die nötige Konsequenz im Abschluss lässt nach. Gleichzeitig schraubt Budovic seine Paradenanzahl weiter nach oben. Die Roten Teufel finden an diesem Abend nicht mehr zurück zu jener Leistung, die sie in der ersten Halbzeit gezeigt haben. In einer schwierigen zweiten Hälfte gelingt es nicht, gemeinsam den Schalter umzulegen und noch einmal entscheidend heranzukommen. Nach 60 Minuten steht eine deutliche 26:34-Heimniederlage fest.
Die aktuelle Personalsituation mit mehreren verletzten Schlüsselspielern macht die Aufgabe für die Roten Teufel nicht einfacher. Dennoch muss der Anspruch sein, unabhängig davon über 60 Minuten Leistung und vor allem Kampfgeist auf die Platte zu bringen. Genau das ist in der zweiten Halbzeit nicht ausreichend gelungen. Nun heißt es, die Partie ehrlich zu analysieren, an den Fehlern zu arbeiten und als Mannschaft die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Der Blick geht nach vorne: In der kommenden Woche gilt es, im Training hart zu arbeiten und es im nächsten Spiel gemeinsam besser zu machen.
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Stimmen zum Spiel
Matthias Hild – ALPLA HC Hard:
„Ganz schwierig gerade. Gerade in der Abwehr hat heute nur sehr wenig geklappt. Wir haben uns vorgenommen, in der Mitte kompakt zu sein und sie über Außen kommen zu lassen. Gefühlt 90 Prozent der Tore werfen sie trotzdem über die Mitte. Da müssen wir uns selber an der Nase fassen, jeder muss seine Fehler nochmal anschauen. Mit der Leistung können wir absolut nicht zufrieden sein. Und was halt überhaupt nicht geht, wenns mal nicht läuft, dass jeder den Kopf runternimmt und aufhört zu kämpfen. Das haben die Fans nicht verdient, die hier in die Halle kommen und uns unterstützen und das ist auch nicht unser Anspruch.“
Ante Tokic – ALPLA HC Hard:
„Ich muss ehrlich sagen, ich schäme mich. Ich glaube die ganze Mannschaft schämt sich. So eine Leistung zu präsentieren vor unseren Fans, die uns unterstützen kommen, geht einfach nicht. Es tut mir ehrlich leid, ich muss sagen es war peinlich. Wir werden das wieder gut machen!“
Tumi Rúnarsson – HSG Xentis Lipizzanerheimat:
„Es war ein anstrengendes Spiel nach einer langen Busfahrt und gegen eine gute Mannschaft. Das Spiel heute war sehr persönlich für mich, ich habe zwei Jahre hier gespielt. Es war gut von uns, die Mannschaft hat es gut gemacht. Pavle war top, Jovo war top, Ivan natürlich immer top. Wir haben uns das heute verdient, nach den letzten drei Niederlagen haben wir viel gearbeitet. Ich sage danke und liebe Grüße an alle Fans und Zuschauer heute in Hard.“