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| 14.07.2012 |
| Der 2. Spieltag der HANDBALL U18 EURO IN HARD UND BREGENZ |
Schweden besiegt Island klar
Beide Mannschaften gingen mit großen Erwartungen in das 2. Spiel des Turniers. Nach dem Remis zwischen Island und Deutschland am Vortag standen vor allem die Isländer schon unter Druck. Dem sie letztlich nicht stand hielten, das lag aber auch an den bärenstarken Schweden, die Islands Defensive immer wieder überraschen konnte. Zudem machten die Isländer – im Gegensatz zu den Schweden – zu viele technische Fehler. Schweden hat mit dem 33:22-Sieg nachdrücklich seine Favoritenrolle für dieses Turnier unter Beweis gestellt.
Staffan Olsson (Head-Coach Herren-Team Schweden) in der Halbzeitpause: Das schwedische Team spielt schnell und macht ganz wenige technische Fehler. Die Defensive und der Torhüter spielen eine entscheidende Rolle. Wenn die Schweden so weiter spielen, holen sie zwei weitere wichtige Punkte.
Heimir Rikardsson (Headcoach Island): Schweden ist eine der besten Mannschaften in diesem Turnier. Wir hatten Mühe mit dem 1:1-Spiel. Sie spielen eine perfekte Defensive und haben zudem einen hervorragenden Tormann. Wir n hingegen viele Probleme mit unserer Defensive. Schweden und Island sind Topnationen im Handball – beide spielen bei Olympia – wir haben schon seit 20 Jahren nicht mehr gewonnen. Ich möchte immer gewinnen, aber heute war nicht unser Tag.
Dänemark gewinnt dank starker Schlussphase
In einem ausgeglichenem Spiel auf sehr hohem Niveau gewinnen die Dänen gegen Slowenien und stehen damit nach dem 2. Spieltag mit zwei Siegen an der Spitze der Tabelle der Gruppe D. Dänemark geht von Beginn an in Führung und gibt diese das ganze Spiel über nicht ab. Aber die Slowenen stecken auch bei einem 4 Tore Rückstand nicht auf und kommen immer wieder bis auf ein Tor heran. Erst ab der 40. Minute können die Dänen eine drei Tore Führung halten und gewinnen am Ende mit 29:25 (15:12).
Als beste Spieler ihrer Mannschaft wurden Blaz Blagotinsek (Slowenien) und Kristian R. Poulsen (Dänemark) ausgezeichnet.
Janez Klemencic (Trainer Slowenien): Wir haben gegen eine bessere Mannschaft aus Dänemark verloren und konnten nicht an unsere Leistung von gestern anknüpfen. Immer wenn wir knapp an Dänemark dran waren, haben wir unsere Konzentration verloren.
Claus Hansen (Trainer Dänemark): Wir sind sehr stolz, dass wir gegen eine sehr starke slowenische Mannschaft gewonnen haben, die gestern gegen Serbien ein tolles Spiel geliefert hat, und wir unser Level gegenüber gestern steigern konnten. Aber wir sind noch nicht durch und haben noch ein sehr schweres Spiel gegen Serbien vor uns.
Serbien dominiert Finnland
Serbien gewinnt das zweite Gruppenspiel gegen Finnland klar, die Serben waren über weite Strecken physisch die klar überlegene Mannschaft.
Die Serben gehen gleich mit 5:0 in Führung und zeigen wer der Herr im Haus ist. Aber die Finnen beweisen, dass sie kämpfen können und nach 22 Minuten steht es nur noch 11:9 für Serbien. Dann haben die körperlich unterlegenen Finnen nichts mehr zuzusetzen und die Serben können ihre Führung bis zum Endstand von 35:20 ausbauen.
Als beste Spieler ihrer Mannschaft wurden Freddy Wickström (Finnland) und Vojislav Brajovic (Serbien) ausgezeichnet.
Aleksandar Savic (Trainer Serbien): Wir haben, wie gehofft, gegen Finnland gewonnen. Aber mit den Gedanken waren wir schon beim nächsten Spiel gegen Dänemark.
Kenneth Bäcklund (Trainer Finnland): Ich bin zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Sie hat teilweise gut gespielt, aber Serbien war uns physisch überlegen.
Norwegen für Tschechen zu stark
Im zweiten Spiel des Tages in Bregenz waren die Fronten im Spiel schnell geklärt. Norwegens Team zeigte sich von der Niederlage gegen Österreich gut erholt. Schon nach einer Viertelstunde zogen die Skandinavier den Tschechen auf und davon. Jeder technische Fehler der Tschechen wurde zu einem Konter genutzt. Tschechiens Coach Petr Babak versuchte sein Team mental zu stärken, das gelang freilich nicht. Im Gegenteil, Norwegens Tormann Haavard Assheim traf direkt, als die Tschechen unaufmerksam waren. Ein Kempa-Tor für Tschechien bei minus 14 war zwar schön anzuschauen, an der hohen Niederlage änderte sich nichts mehr.
Petr Babak (Head Coach Tschechien): Ich denke, dass sowohl Weißrussland gestern und Norwegen heute viel starker waren als wir. Wir hatten gute und schlechte Phasen, waren aber nie stabil. Zwanzig Minuten waren o.k., dann sind wir in zehn Minuten völlig weggebrochen. Unser größtes Defizit ist, dass wir ein junges unerfahrenes Team haben. Sie hatten kaum Spiele vor diesem Turnier.
Bester Spieler: Lukas Vaclan (Nr. 17)
Robert Hedin (Head Coach von Norwegens Herren-Nationalteam): Das war ein wichtiger Sieg für Norwegen nach der Niederlage gegen Österreich. Im ersten Spiel gegen die Gastgeber waren unsere Burschen nervös. Heute war unsere Defensive gut, Tschechien machte zu viele Fehler. Unser Coach wechselte sehr oft, unser bester war Henrik Bielenberg.
Bester gewählter Spieler: Stig Tor Moen (Nr 13)
Deutschland nutzte Frankreichs Schwächen
Nach dem Remis gegen Island musste Deutschland gegen Frankreich heute gewinnen, um die Aufstiegschance zu wahren. Das gelang den Deutschen mit einem 29:21-Erfolg, der nie wirklich in Gefahr war.
In den ersten 15 Minuten drückte der Deutsche Tormann Christopher Rudeck dem Spiel mit vielen gehaltenen Schüssen der Franzosen seinen Stempel auf. Im Angriff sorgte Marcel Engels mit drei Toren in Serie für das erste Highlight. Der französische Coach versuchte es mit einer Umstellung der Defensive. Aber die Offensive der Franzosen blieb das eigentliche Problem im Spiel. In den ersten 30 Minuten bestraften die Deutschen die Fehler der Franzosen gnadenlos und lagen permanent mit vier Toren voran. Für das französische Team führte letztlich kaum ein Weg am deutschen Torhüter vorbei, er war der Schlüssel zum 29:21-Erfolg.
Philippe Schlater (Headcoach Frankreich): Deutschland ist ein gutes Team mit einem sehr starken Torhüter. Meine Spieler waren nicht gut, oft haben sie einfach nur drauflos geschossen, zumeist sehr ungenau. Auch wenn wir verloren haben, bin ich besser aufgelegt als nach der Niederlage gestern gegen Schweden. Unser Team ist sehr jung und kann hier gut Erfahrung sammeln.
Martin Heuberger (Coach Deutschland): Christopher Rudeck und die starke Defensive waren der Schlüssel zum Erfolg. Die gestrige Nervosität ist heute verschwunden. Wenn Frankreich in der Defensive aggressiv spielte, hatten wir Probleme. Wenn wir so weiter spielen, sind wir auf einem guten Weg.
Kroatien schlägt Rumänien deutlich
Kroatien machte am Freitagabend einen großen Schritt in Richtung Zwischenrunde, der 33:24-Sieg gegen Rumänien war nur zu Beginn des Spiels in Gefahr.
Die Kroaten gingen schnell mit 4:2 in Front, aber dann kam die Zeit der Rumänen und sie gingen durch fünf Tore in Folge mit 7:4 in Führung. Der kroatische Trainer zog die Reißleine und nahm sein Team-Timeout. Dabei fand er die richtigen Worte und seine Mannschaft setzte diese perfekt um. Das Spiel der Kroaten begann zu laufen und die Rumänen fanden das ganze Match über keine Antwort mehr. So endete das Spiel mit einem klaren Sieg für die Kroaten.
Als beste Spieler ihrer Mannschaft wurden Vlado Matanovic (Kroatien) und Nicusor Andrei Negru (Rumänien) ausgezeichnet.
Dario Zrnic (Trainer Kroatien): Wir haben die Rumänen gestern beobachtet und gesehen, dass sie sehr schnell spielen und über sehr gute Flügelspieler verfügen. Am Anfang hat unsere Deckung nicht gut funktioniert, aber nach dem 4:7 Rückstand und unserer Auszeit lief alles viel besser und so konnten wir am Ende einen deutlichen Sieg feiern.
Titel Raduta (Co-Trainer Rumänien): Wir haben gut angefangen, aber nach der Auszeit der Kroaten haben wir völlig den Faden verloren. Vielleicht waren wir noch etwas müde vom gestrigen Spiel. Bei uns lief gar nichts mehr zusammen, aber so ist eben Handball.
Knapper Sieg der Spanier
Spanien gewinnt am Freitag gegen die Schweiz mit 34:32 und sorgt damit für Kroatiens Aufstieg in die Hauptrunde, während Verlierer Schweiz schon jetzt mit den Spielen um die Plätze neun bis 16 vorlieb nehmen muss.
In der ersten Halbzeit wechselte die Führung mehrmals. Spanien legte zuerst eine schnelle 3:0 Führung vor, dann schlugen die Eidgenossen zurück und gingen in der 9. Minute mit 5:4 in Front. Bis zur 26. Minute waren die Schweizer immer mindestens ein Tor vor den Spaniern. Dann wechselte die Führung abermals zu den Spaniern, die mit einem 18:16 in die Pause gingen.
Nach der Pause verlief das Spiel bis zur 36. Minute ausgeglichen. Dann konnte sich Spanien bis auf 4 Tore absetzen, aber die Schweizer kamen kurz vor Schluss noch einmal auf 2 Tore heran. Am Ende reichte es aber für unsere Nachbarn leider nicht ganz und sie mussten in eine 34:32 Niederlage einwilligen
Als beste Spieler ihrer Mannschaft wurden Guill Lozana Figuerola (Spanien) und Tim Aufdenblatten (Schweiz) ausgezeichnet.
Ricard Franch Arcas (Trainer Spanien): Wir haben wieder wie im letzten Spiel viel Aufwand in der Abwehr betrieben, aber haben im Angriff viel besser gespielt als beim letzten Mal.
Michael Suter (Trainer Schweiz): Meine Mannschaft hat in beiden Spielen das Optimum gegeben. Ich bin sehr stolz auf die Leistung der Mannschaft. Glückwunsch an Spanien, die knapp aber verdient gewonnen haben.
Tolle Vorstellung des ÖHB-Teams
Vor Beginn der U18-EURO 2012 gab es Hoffnung auf den Einzug unter die besten acht Teams, nach zwei Spieltagen und ebenso vielen Siegen – gegen Norwegen und heute gegen Weißrussland mit 31:23 -hat die Truppe von Roland Marouschek bei der Heim-EURO einen Platz unter den ersten acht – und damit das WM-Ticket auch schon in der Tasche.
Bis zur Pause holten sich die Österreicher einen Dreitore-Vorsprung heraus, unter den rund 1000 Fans in der Arena Rieden/Vorkloster machte sich – berechtigte – Hoffnung auf die Sensation breit. Das muss die Mannschaft nach der Pause gespürt haben. Denn mit enormem Elan gingen die Rotweißroten die zweite Halbzeit an und bauten ihren Vorsprung sukzessive weiter aus. Vier Minuten vor Spielende erreichte das österreichische Team einen Vorsprung von zehn Toren, da war aber längst schon alles gelaufen. Die letzten 60 Sekunden feierten die Fans das Team mit Standing Ovations.
Nach dem Spiel lagen sich alle Österreicher in den Armen, Teamchef Marouschek und Assistent Frimmel herzten die ganze Halle nach dem Erfolg, den Marouschek als „unglaublich schwer bezeichnete. Weil wir mit einer Niederlage alles wieder verloren hätten. Wir haben den Kampf der Weißrussen angenommen, auch zwei verletzte Spieler haben uns nicht aus dem Tritt gebracht. Wir werden noch viel Freude haben mit dieser Mannschaft.“
Moritz Marouschek wurde zu Österreichs bestem Spieler gewählt.
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